Kleinkläranlagen

Warum Kleinkläranlagen?

Auf Grundstücken, deren Anschluss an die zentrale Kanalisation nicht vorgesehen ist, kann die Abwasserbeseitigung gemäß Satzung der zuständigen Gemeinden durch Kleinkläranlagen erfolgen.

Für die Einleitung von gereinigtem häuslichen Abwassers aus Kleinkläranlagen in das Grundwasser oder in ein fließendes Oberflächengewässer ist eine Erlaubnis nach § 10 Niedersächsisches Wassergesetz (NWG) erforderlich. Seit der Änderung des NWG zum 01.06.2007 gibt es zwei Möglichkeiten, die Erlaubnis zu erhalten.

Neben dem weiterhin bestehenden Antragsverfahren gibt es neuerdings ein Anzeigeverfahren nach § 149 Abs. 6 NWG. Danach gilt die Erlaubnis als erteilt, wenn die Errichtung oder wesentliche Änderung (Nachrüstung) einer Kleinkläranlage rechtzeitig vor Beginn des Vorhabens beim Landkreis angezeigt wird.

Voraussetzung ist ferner, dass für die Anlage eine allgemeine bauaufsichtliche oder europäisch technische Zulassung besteht und in dieser Zulassung die Anforderungen für den Einbau, Betrieb und die Wartung der Anlage festgelegt sind. Soll eine Kleinkläranlage errichtet werden, für die noch keine Zulassung vorhanden ist, so ist nach wie vor eine Erlaubnis zu beantragen.

Die ordnungsgemäße Abwasserbehandlung umfasst mindestens eine mechanische Vorbehandlung und eine biologische Nachbehandlung.

Mit der 5. Änderung der Abwasserverordnung werden auch für Kleinkläranlagen Mindestanforderungen an die Reinigungsleistung gestellt. Danach muss das Abwasser aus Kleinkläranlagen soweit gereinigt werden, dass der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) unter 150 mg/l und der biochemische Sauerstoffbedarf unter 40 mg/l liegt.

Kleinkläranlagen, die ein Prüfzeichen des Deutschen Institutes für Bautechnik in Berlin (DIB) erhalten haben, ordnungsgemäß betrieben und gewartet werden, erfüllen diese Anforderungen. Pflanzenbeete, die entsprechend dem ATV-Arbeitsblatt A 262 ( Abwassertechnische Vereinigung ) errichtet wurden und die geforderte Reinigungsleistungen erfüllen, sind weiterhin zulässig.

Kleinkläranlagen, bei denen die Reinigungsleistung nicht prüfbar ist, wie bei der Untergrundverrieselung, sind nicht mehr zulässig. Diese Anlagen sind in einem angemessenen Zeitraum nachzurüsten.